SUNRISE - A SONG OF TWO HUMANS

Hier geht um ganz Grundsätzliches zwischen drei Personen – „den Mann“, „die Frau“ und „die Frau aus der Stadt“. Der Film ist an nichts gebunden, an kein Land, keine Zeit, er gilt universell. Der Mann vom Land trifft den Vamp aus der Großstadt, sie ist auf Sommerfrische. Die Mondäne verführt ihn. Das Glitzern der Metropole und die Frau locken. Sie verlangt, dass er sein altes Leben – die Familie und die Farm – zurücklässt und mit ihr kommt. Wie weit wird er gehen?

Do 06.08.

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Fr 07.08.

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Sa 08.08.

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So 09.08.

-

Mo 10.08.

-

Di 11.08.

20:00

Mi 12.08.

-

2020

Es geht um ganz Grundsätzliches – es geht um „den Mann“, „die Frau“ und „die Frau aus der Stadt“. So ist SUNRISE an nichts gebunden, an kein Land, keine Zeit, er gilt universell. Der Mann vom Land trifft den Vamp aus der Großstadt, sie ist auf Sommerfrische. Die Mondäne verführt ihn. Er ist – auch bildlich – verstrickt in seine Leidenschaft, das Glitzern der Metropole und die Frau locken. Und sie verlangt, dass er sein altes Leben – die Familie, die nette Ehefrau und die Farm – zurücklässt und mit ihr kommt. Wie weit wird er gehen? Murnau baut interessante Wendungen ein. Die Lichter, der Trubel, die Dynamik der Großstadt bringen hier nicht nur Verlockung, sondern können auch Erlösung sein.

SONNENAUFGANG taucht regelmäßig ganz weit oben auf den Listen der besten Filme aller Zeiten auf. Der Regisseur von Nosferatu setzt auch in seinem US-Debut ganz auf die Kraft seiner Bilder, „Licht und Bewegung sind für Murnau in diesem Film grundlegend. Bewegtes Licht, lichte Bewegung fließt über alles“ (Lotte Eisner). Das Studio, das den deutschen Meisterregisseur angeworben hat, gab ihm auch finanziell komplett freie Hand. Er setzte zahlreiche technische und filmische Neuigkeiten ein, die Bauten sowohl auf dem Land als auch in der Stadt sind überwältigend, die Bilder satt und voller Plastizität und Tiefenschärfe. Murnau hielt sich also an die Vorgabe des Bosses William Fox: „Machen Sie mir einen großartigen Film, was immer es kosten mag.“ Tom Tykwer, einer der wichtigen aktuellen Regisseure, schreibt: „der Film platzt schier aus allen Nähten vor visualisierter Phantasie“ und schließt: „Der Film ist wie ein Traum und lässt uns schwebend zurück.“

Do 06.08.

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Fr 07.08.

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Sa 08.08.

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So 09.08.

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Mo 10.08.

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Di 11.08.

20:00

Mi 12.08.

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2020

SUNRISE - A SONG OF TWO HUMANS

Friedrich Wilhelm Murnau, USA 1927, Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen, 91 Minuten, englische Zwischentitel, digital restauriert, BluRay

Drehbuch: Carl Mayer, Kamera: Charles Rosher, Karl Struss, Bauten: Rochus Gliese

DarstellerInnen: George O‘Brien, Janet Gaynor, Margaret Livingstone, Bodil Rosin u.a.

Kopie + Rechte + Photos: Park Circus

CITY GIRL - UNSER TÄGLICH BROT

Der junge naive Farmer Lem aus Minnesota wird vom strengen Vater zum ersten Mal nach Chicago geschickt, um die jährliche Ernte zu verkaufen. Er ist fasziniert von der Großstadt – und der flippigen Kellnerin Kate. Diese sehnt sich aus ihrem stressigen Job im Schnellrestaurant nach einem ruhigen Leben auf dem Lande. Die beiden verlieben sich und heiraten vor der Rückkehr auf die Weizenfarm – das wogende Getreide spielt übrigens eine hypnotische Rolle. Der Empfang der Familie ist frostig…

Do 06.08.

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Fr 07.08.

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Sa 08.08.

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So 09.08.

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Mo 10.08.

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Di 11.08.

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Mi 12.08.

20:00

2020

Der junge naive Farmer Lem aus Minnesota wird vom strengen Vater zum ersten Mal nach Chicago geschickt, um die jährliche Ernte zu verkaufen. Er ist fasziniert von der Großstadt – und der flippigen Kellnerin Kate. Diese sehnt sich aus ihrem stressigen Job im Schnellrestaurant nach einem ruhigen Leben auf dem Lande. Die beiden verlieben sich und heiraten vor der Rückkehr auf die Weizenfarm. Der Empfang in der Familie ist frostig…

Dieser Film ist quasi der „Schwesterfilm“ zum viel berühmteren SUNRISE (ebenfalls in diesem Programm). Trotzdem sind die zwei Werke selten im Zusammenhang zu sehen. Beide Filme zeigen den Gegensatz zwischen dem hektischen Leben in der Metropole und dem vermeintlichen ruhigen Leben in der Provinz. In beiden schafft Murnau eindrucksvolle Bilder – aus den Städten mit ihrer Dynamik, ihrem Licht, ihren Menschenmassen, und vom Land mit seinen Weiten und seinen dunklen Nächten. Bei CITY GIRL, deutscher Titel „Unser täglich Brot“, kommen noch die endlosen wogenden Weizenfelder dazu – ein hypnotisches Element, das wie ein eigenes Lebewesen wirkt, in dessen „Fell“ die Menschen sich bewegen.

CITY GIRL ist vielleicht auch aus einem technischen Grund viel weniger bekannt. Er ist 1930 entstanden, als der Tonfilm schon Einzug hielt. Murnau hat einen Stummfilm geschaffen, den das Studio recht brutal vertont und ins Kino gebracht hat – kein Wunder, dass die Kritiken für ein Werk mit einer solchen Unwucht mäßig ausfielen. Diesen Makel kann nun endlich die restaurierte, stumme, Version heilen – heute können wir also den director’s cut erleben, der dem damaligen Publikum vorenthalten wurde.

Do 06.08.

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Fr 07.08.

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Sa 08.08.

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So 09.08.

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Mo 10.08.

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Di 11.08.

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Mi 12.08.

20:00

2020

CITY GIRL - UNSER TÄGLICH BROT

Friedrich Wilhelm Murnau, USA 1930, Unser täglich Brot, 90 Minuten, englische Zwischentitel, digital restauriert, BluRay

Drehbuch: Marion Orth, Berthold Viertel, Kamera: Ernest Palmer

DarstellerInnen: Charles Farrell, Mary Duncan, David Torrence, Edith Yorke u.a.

Kopie + Photos + Rechte: Park Circus

EINE TOLLE NACHT

Ein Insektenpulverfabrikant aus Essig an der Gurk wird von seinen Sportkumpanen nach Berlin geschickt. Er soll sich wegen seiner Aufschneidereien in einem Show-Ringkampf im Varieté beweisen. Er gerät in den Strudel des Sündenbabels und erlebt EINE TOLLE NACHT. Dabei ist Berlin der Star der rasanten Komödie, wir bekommen tolle Einblicke ins originale BABYLON BERLIN – u.a. ins weltberühmte Varietétheater „Scala“ und eine Polizeistation – und sehen viele „Berliner Typen“ und interessante Straßenszenen.

Do 13.08.

20:00

Fr 14.08.

-

Sa 15.08.

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So 16.08.

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Mo 17.08.

-

Di 18.08.

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Mi 19.08.

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2020

Ein Insektenpulverfabrikant aus Essig an der Gurk – also allertiefste Provinz – wird von seinen Sportkumpanen nach Berlin geschickt. Er soll sich wegen seiner Aufschneidereien im Sportraum (für Nutzer/innen heutiger Fitnessclubs bestimmt ein interessanter Einblick) in einem Show-Ringkampf im Varieté „Scala“ beweisen. Die Reise in die Metropole und v.a. ins Scala hat noch einen weiteren Grund: die von fern angeschmachtete Tänzerin Margot, die natürlich verlobt ist, und zwar mit einem eifersüchtigen Artisten. Als auch noch die Frau des Fabrikanten auftaucht, wird es turbulent.

Dabei ist eigentlich Berlin der Star der rasanten Komödie. Wir folgen dem braven Ehemann, wie er in den Strudel der Millionenstadt gerät, und bekommen diverse Sehenswürdigkeiten in nicht-tourismusgerechten Zuständen zu sehen, Straßenszenen und ein Spektrum Berliner Typen. „In einem bunten Reigen von Tanzgirls und Polizisten, Varieté-Artisten und Kaschemmen-Typen, Schuhkünstlern, Kanonenkönigen, indischen Radjas und Ringkämpfern pendelt er zwischen molligen Separées, strahlenden Restaurants und Tanzdielen, Polizeiwachstuben und Spelunken hin und her, um schließlich am frühen Morgen in den Armen seiner geliebten Gattin zu landen, die gleichfalls aus geheimnisvollen Gründen in dem Sündenbabel eingetroffen ist“ (Illustrierter Film-Kurier, 1926). Das, was in BABYLON BERLIN so modern in Szene gesetzt ist, können wir hier quasi im Original bestaunen.

Die Besetzung ist exquisit. Regisseur Richard Oswald, der vor allem durch seine Aufklärungs- und Sittenfilme bekannt wurde und selbst auch eine Kinokette betrieb, konnte Ossi Oswalda gewinnen, die oft bei Lubitsch ihr schwungvolles Temperament auslebte, Harry Liedtke, den charmanten Publikumsliebling und auch Kurt Gerron, der kurz darauf mit seiner Aufnahme der „Moritat von Mackie Messer“ (Dreigroschenoper) bis heute den Standard für diesen Hit gesetzt hat.

Do 13.08.

20:00

Fr 14.08.

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Sa 15.08.

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So 16.08.

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Mo 17.08.

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Di 18.08.

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Mi 19.08.

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2020

EINE TOLLE NACHT

Richard Oswald, D 1927, 83 Minuten, deutsche Zwischentitel, digital restauriert, HD

Drehbuch: Richard Oswald, Paul Morgan nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Julius Freund und Wilhelm Mannstaedt, Kamera: Otto Kanturek, Edgar S. Ziesemer

DarstellerInnen: Harry Bender, Ossi Oswalda, Harry Liedtke, Paul Graetz, Kurt Gerron u.a.

Kopie + Rechte + Photos: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.

SUNRISE - A SONG OF TWO HUMANS

Hier geht um ganz Grundsätzliches zwischen drei Personen – „den Mann“, „die Frau“ und „die Frau aus der Stadt“. Der Film ist an nichts gebunden, an kein Land, keine Zeit, er gilt universell. Der Mann vom Land trifft den Vamp aus der Großstadt, sie ist auf Sommerfrische. Die Mondäne verführt ihn. Das Glitzern der Metropole und die Frau locken. Sie verlangt, dass er sein altes Leben – die Familie und die Farm – zurücklässt und mit ihr kommt. Wie weit wird er gehen?

Do 13.08.

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Fr 14.08.

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Sa 15.08.

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So 16.08.

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Di 18.08.

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Es geht um ganz Grundsätzliches – es geht um „den Mann“, „die Frau“ und „die Frau aus der Stadt“. So ist SUNRISE an nichts gebunden, an kein Land, keine Zeit, er gilt universell. Der Mann vom Land trifft den Vamp aus der Großstadt, sie ist auf Sommerfrische. Die Mondäne verführt ihn. Er ist – auch bildlich – verstrickt in seine Leidenschaft, das Glitzern der Metropole und die Frau locken. Und sie verlangt, dass er sein altes Leben – die Familie, die nette Ehefrau und die Farm – zurücklässt und mit ihr kommt. Wie weit wird er gehen? Murnau baut interessante Wendungen ein. Die Lichter, der Trubel, die Dynamik der Großstadt bringen hier nicht nur Verlockung, sondern können auch Erlösung sein.

SONNENAUFGANG taucht regelmäßig ganz weit oben auf den Listen der besten Filme aller Zeiten auf. Der Regisseur von Nosferatu setzt auch in seinem US-Debut ganz auf die Kraft seiner Bilder, „Licht und Bewegung sind für Murnau in diesem Film grundlegend. Bewegtes Licht, lichte Bewegung fließt über alles“ (Lotte Eisner). Das Studio, das den deutschen Meisterregisseur angeworben hat, gab ihm auch finanziell komplett freie Hand. Er setzte zahlreiche technische und filmische Neuigkeiten ein, die Bauten sowohl auf dem Land als auch in der Stadt sind überwältigend, die Bilder satt und voller Plastizität und Tiefenschärfe. Murnau hielt sich also an die Vorgabe des Bosses William Fox: „Machen Sie mir einen großartigen Film, was immer es kosten mag.“ Tom Tykwer, einer der wichtigen aktuellen Regisseure, schreibt: „der Film platzt schier aus allen Nähten vor visualisierter Phantasie“ und schließt: „Der Film ist wie ein Traum und lässt uns schwebend zurück.“

Do 13.08.

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Fr 14.08.

20:00

Sa 15.08.

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So 16.08.

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Mo 17.08.

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Di 18.08.

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Mi 19.08.

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2020

SUNRISE - A SONG OF TWO HUMANS

Friedrich Wilhelm Murnau, USA 1927, Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen, 91 Minuten, englische Zwischentitel, digital restauriert, BluRay

Drehbuch: Carl Mayer, Kamera: Charles Rosher, Karl Struss, Bauten: Rochus Gliese

DarstellerInnen: George O‘Brien, Janet Gaynor, Margaret Livingstone, Bodil Rosin u.a.

Kopie + Rechte + Photos: Park Circus

CITY GIRL - UNSER TÄGLICH BROT

Der junge naive Farmer Lem aus Minnesota wird vom strengen Vater zum ersten Mal nach Chicago geschickt, um die jährliche Ernte zu verkaufen. Er ist fasziniert von der Großstadt – und der flippigen Kellnerin Kate. Diese sehnt sich aus ihrem stressigen Job im Schnellrestaurant nach einem ruhigen Leben auf dem Lande. Die beiden verlieben sich und heiraten vor der Rückkehr auf die Weizenfarm – das wogende Getreide spielt übrigens eine hypnotische Rolle. Der Empfang der Familie ist frostig…

Do 13.08.

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Fr 14.08.

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Sa 15.08.

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So 16.08.

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Di 18.08.

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Mi 19.08.

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2020

Der junge naive Farmer Lem aus Minnesota wird vom strengen Vater zum ersten Mal nach Chicago geschickt, um die jährliche Ernte zu verkaufen. Er ist fasziniert von der Großstadt – und der flippigen Kellnerin Kate. Diese sehnt sich aus ihrem stressigen Job im Schnellrestaurant nach einem ruhigen Leben auf dem Lande. Die beiden verlieben sich und heiraten vor der Rückkehr auf die Weizenfarm. Der Empfang in der Familie ist frostig…

Dieser Film ist quasi der „Schwesterfilm“ zum viel berühmteren SUNRISE (ebenfalls in diesem Programm). Trotzdem sind die zwei Werke selten im Zusammenhang zu sehen. Beide Filme zeigen den Gegensatz zwischen dem hektischen Leben in der Metropole und dem vermeintlichen ruhigen Leben in der Provinz. In beiden schafft Murnau eindrucksvolle Bilder – aus den Städten mit ihrer Dynamik, ihrem Licht, ihren Menschenmassen, und vom Land mit seinen Weiten und seinen dunklen Nächten. Bei CITY GIRL, deutscher Titel „Unser täglich Brot“, kommen noch die endlosen wogenden Weizenfelder dazu – ein hypnotisches Element, das wie ein eigenes Lebewesen wirkt, in dessen „Fell“ die Menschen sich bewegen.

CITY GIRL ist vielleicht auch aus einem technischen Grund viel weniger bekannt. Er ist 1930 entstanden, als der Tonfilm schon Einzug hielt. Murnau hat einen Stummfilm geschaffen, den das Studio recht brutal vertont und ins Kino gebracht hat – kein Wunder, dass die Kritiken für ein Werk mit einer solchen Unwucht mäßig ausfielen. Diesen Makel kann nun endlich die restaurierte, stumme, Version heilen – heute können wir also den director’s cut erleben, der dem damaligen Publikum vorenthalten wurde.

Do 13.08.

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Sa 15.08.

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So 16.08.

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CITY GIRL - UNSER TÄGLICH BROT

Friedrich Wilhelm Murnau, USA 1930, Unser täglich Brot, 90 Minuten, englische Zwischentitel, digital restauriert, BluRay

Drehbuch: Marion Orth, Berthold Viertel, Kamera: Ernest Palmer

DarstellerInnen: Charles Farrell, Mary Duncan, David Torrence, Edith Yorke u.a.

Kopie + Photos + Rechte: Park Circus

EINE TOLLE NACHT

Ein Insektenpulverfabrikant aus Essig an der Gurk wird von seinen Sportkumpanen nach Berlin geschickt. Er soll sich wegen seiner Aufschneidereien in einem Show-Ringkampf im Varieté beweisen. Er gerät in den Strudel des Sündenbabels und erlebt EINE TOLLE NACHT. Dabei ist Berlin der Star der rasanten Komödie, wir bekommen tolle Einblicke ins originale BABYLON BERLIN – u.a. ins weltberühmte Varietétheater „Scala“ und eine Polizeistation – und sehen viele „Berliner Typen“ und interessante Straßenszenen.

Do 13.08.

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Ein Insektenpulverfabrikant aus Essig an der Gurk – also allertiefste Provinz – wird von seinen Sportkumpanen nach Berlin geschickt. Er soll sich wegen seiner Aufschneidereien im Sportraum (für Nutzer/innen heutiger Fitnessclubs bestimmt ein interessanter Einblick) in einem Show-Ringkampf im Varieté „Scala“ beweisen. Die Reise in die Metropole und v.a. ins Scala hat noch einen weiteren Grund: die von fern angeschmachtete Tänzerin Margot, die natürlich verlobt ist, und zwar mit einem eifersüchtigen Artisten. Als auch noch die Frau des Fabrikanten auftaucht, wird es turbulent.

Dabei ist eigentlich Berlin der Star der rasanten Komödie. Wir folgen dem braven Ehemann, wie er in den Strudel der Millionenstadt gerät, und bekommen diverse Sehenswürdigkeiten in nicht-tourismusgerechten Zuständen zu sehen, Straßenszenen und ein Spektrum Berliner Typen. „In einem bunten Reigen von Tanzgirls und Polizisten, Varieté-Artisten und Kaschemmen-Typen, Schuhkünstlern, Kanonenkönigen, indischen Radjas und Ringkämpfern pendelt er zwischen molligen Separées, strahlenden Restaurants und Tanzdielen, Polizeiwachstuben und Spelunken hin und her, um schließlich am frühen Morgen in den Armen seiner geliebten Gattin zu landen, die gleichfalls aus geheimnisvollen Gründen in dem Sündenbabel eingetroffen ist“ (Illustrierter Film-Kurier, 1926). Das, was in BABYLON BERLIN so modern in Szene gesetzt ist, können wir hier quasi im Original bestaunen.

Die Besetzung ist exquisit. Regisseur Richard Oswald, der vor allem durch seine Aufklärungs- und Sittenfilme bekannt wurde und selbst auch eine Kinokette betrieb, konnte Ossi Oswalda gewinnen, die oft bei Lubitsch ihr schwungvolles Temperament auslebte, Harry Liedtke, den charmanten Publikumsliebling und auch Kurt Gerron, der kurz darauf mit seiner Aufnahme der „Moritat von Mackie Messer“ (Dreigroschenoper) bis heute den Standard für diesen Hit gesetzt hat.

Do 13.08.

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Fr 14.08.

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Sa 15.08.

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So 16.08.

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Mo 17.08.

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2020

EINE TOLLE NACHT

Richard Oswald, D 1927, 83 Minuten, deutsche Zwischentitel, digital restauriert, HD

Drehbuch: Richard Oswald, Paul Morgan nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Julius Freund und Wilhelm Mannstaedt, Kamera: Otto Kanturek, Edgar S. Ziesemer

DarstellerInnen: Harry Bender, Ossi Oswalda, Harry Liedtke, Paul Graetz, Kurt Gerron u.a.

Kopie + Rechte + Photos: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.

Aljoscha-Zimmermann-Ensemble (München)

Sabrina Zimmermann (Violine)
Mark Pogolski (Piano)

Sabrina Zimmermann an der Geige und Mark Pogolski am Klavier – jedes ihrer Filmkonzerte ist eine fulminante Vorstellung. Wir freuen uns sehr, dass uns das international renommierte Ensemble auch in diesem Jahr mit zwei Vorstellungen beehrt.

Beide Musiker bauen auf langjährige professionelle Erfahrung in Musik und Stummfilm. Zudem dürfen sie das Erbe von Aljoscha Zimmermann fortführen, Sabrinas Vater und weltweit anerkannter Stummfilmmusiker. Er wurde berühmt für die Fähigkeit, dem Stummfilm vitale Ausdruckskraft zu geben und den Bildern Gefühle und Geschichten für den modernen Menschen zu entlocken. Nach seinem Tod im Dezember 2009 hinterließ er über 400 Partituren und musikalische Themen, die er seiner Tochter und seinem erwählten Nachfolger Mark Pogolski zur Weiterführung in die Hände legte. Das Ensemble konzertiert somit weiterhin auf wichtigen internationalen Filmfestivals und hat eine Fernseh- und DVD-Produktion von Fritz Langs Stummfilm HARAKIRI erfolgreich aufgenommen. 2020 startete das Ensemble ein eigenes Stummfilmfestival zum Gedenken seines Gründers in München.

Sabrina Zimmermann ist seit 1992 Teil des Aljoscha-Zimmermann-Ensembles. Ihr virtuoses Spiel der Geige brachte ihr bereits zahlreiche Auszeichnungen und sie ist auf internationalen Bühnen zuhause. Nun arrangiert und bearbeitet sie zusammen mit dem Pianisten und Komponisten Mark Pogolski die Partituren von Aljoscha Zimmermann. Mark ist ebenfalls seit 20 Jahren aktiv, Musikalischer Leiter der Ballett-Abteilung der Hochschule für Musik und Theater München und mehrfacher Preisträger für Komposition und Piano.

SUNRISE - A SONG OF TWO HUMANS - Di 11.08.SUNRISE - A SONG OF TWO HUMANS - Fr 14.08.

Vsevolod Pozdejev, Komponist (Regensburg)

Piano

Vsevolod wurde 1979 in Tallinn (Estland) geboren. Er absolvierte sein Bachelor- und Master-Studium an der Estnischen Musik- und Theaterakademie in der Klavierklasse von Prof. Valdur Roots und in der Kompositionsklasse von Prof. Jaan Rääts. Seit 2009 ist Vsevolod Mitglied des Estnischen Komponistenverbands. Seit vielen Jahren lebt er in Regensburg und studiert Musikwissenschaft an der Universität Regensburg.

Die Hauptfrage, mit der er sich in seinem künstlerischen Schaffen beschäftigt, ist die Verbindung zwischen den Sphären der Musik und der Worte. Eine seiner Kammeropern, Frau Elsa, wurde 2013 mit Unterstützung der Pille-Lill-Musikstiftung beim Winterfestival der Kammermusik in Tallinn aufgeführt. Seine Kammeroper Sieben Briefe zur Begegnung (Briefwechsel zwischen Rainer Maria Rilke und Marina Zwetajewa) wurde 2014 in der Musikhochschule Luzern (Inszenierung Eva Laas) im Luzerner Theater aufgeführt.

Seine Werke waren bei zahlreichen internationalen Festivals zu hören: Międzynarodowy Konkurs im Juliusza Zarębskiego (Polen 2011), Usedom Music Festival (2013), Von der Avantgarde bis zum Heute (Sankt Petersburg 2014), A European Pianorama (GB 2016), BDZ Eurofestival Zupfmusik (Bruchsal 2018), Isabella Jurjewa Wettbewerb (Tallinn 2019), PIANALE International Piano Academy and Competition (Fulda 2019). 2017 fand die Uraufführung seiner Kammermusikwerke durch das Musiktheaterensemble JunGeOper in Luzern und Zürich statt. Etliche Musikwerke wurden vom Musikverlag Compozitor Saint Petersburg veröffentlicht (seit 2019).

Darüber hinaus ist Vsevolod als Musiklehrer tätig und hat neben den genannten Kompositionen auch Chorwerke und Filmmusik geschaffen. Seine Stummfilmvertonungen haben eine ganz eigene, neoromantische Stimmung. Er verwendet keine musikalischen Zitate, sondern wir hören frischkomponierte Originalmusik.

www.emic.ee/vsevolod-pozdejev

EINE TOLLE NACHT - Do 13.08.EINE TOLLE NACHT - So 16.08.

Martin Rohrmeier (Lausanne/Berlin)

Piano

Martin Rohrmeier wurde 1979 in Deggendorf geboren. Er studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Mathematik in Bonn und Cambridge, wo er schließlich unter Prof. Ian Cross promovierte. 2014 wurde er als Professor an das Institut für Kunst und Musikwissenschaft der TU Dresden berufen. Seit 2017 ist er Associate Professor für Musikwissenschaft an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, wo er das Digital and Cognitive Musicology Lab (DCML) leitet. An der EPFL lehrt er digitale Musikwissenschaft, Musiktheorie sowie musikalische Improvisation.

Als Stummfilmpianist ist er seit 2010 mit zahlreichen Konzerten und Sonderveranstaltungen in und um Berlin, sowie in Vevey, St. Petersburg und New York aktiv. Seit 2012 ist er Vorstand des Berliner Stummfilmvereins "Laufende Bilder e.V.", in dessen Rahmen zusammen mit dem Autor Ludwig Lugmeier sowie Burkhard Götze, dem Leiter des Metropolis Stummfilmorchesters Berlin, wöchentliche Stummfilmveranstaltungen und Sonderkonzerte organisiert werden. Weiterhin organisierte und spielte er Stummfilmkonzerte in Unterkünften syrischer Flüchtlinge in Dresden (2016).

Musikalisch beschäftigt er sich intensiv mit den Themen Musik und Sprache, sowie dem Verhältnis von musikalischer Struktur, Interpretation und Bedeutung. In seiner Musik exploriert er die Möglichkeiten erweiterter Harmonik und Tonfeldmusik bis an die Grenzen abendländischer Tonalität. Sein Spiel ist wesentlich geprägt durch Impulse von Aki Takase sowie durch seinen langjährigen Austausch mit Michael Polth.

CITY GIRL - Mi 12.08.CITY GIRL - Sa 15.08.

Die REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE bedankt sich bei all den fleißigen Helferinnen und Helfern, den Anzeigenkunden und Partnern.

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09.11. - 15.11.2020
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