- Büro AKF
- info filmgalerie.de
- Bertoldstraße 9
- 93047 Regensburg
- Fon 0941 298 45 63
- Mo bis Fr 13 bis 17 Uhr
Beginn jeweils 20:30 Uhr,Einlass 19:30 Uhr
Information zum Spielort des Abends
täglich um 17 Uhr auf facebook und Instagram.
Das Bild des Hornbrillenmanns, der am Zeiger der Uhr im zwölften Stock hängt, kennt jede und jeder. Aber wer weiß, wie er dorthin geriet? Harold Lloyds „Boy“ rührt uns noch heute an, wie er als Bursch vom Land als kleiner Kaufhausangestellter in der Großstadt seinen Weg aus der Misere sucht. Ist das der Grund für seinen Aufstieg an einem Wolkenkratzer? Auch der Vorfilm nutzt weidlich das Innen und Außen eines Hochhauses…
Als Vorfilm gibt’s Never Weaken
Photo: Collection FPA CLASSICS, Paris
Do 06.08. - | Fr 07.08. - | Sa 08.08. - | So 09.08. - | Mo 10.08. - | Di 11.08. 20:30 | Mi 12.08. - | 2026 |
Das Bild des Manns mit Hornbrille (übrigens ohne Gläser) und Kreissäge, der über gähnenden Straßenschluchten am Zeiger der Uhr eines Wolkenkratzers hängt, kennt jeder. Aber wer weiß, wie er dorthin geriet?
Harold Lloyd wird auch „the Third Genius“ des amerikanischen Slapstickkinos genannt – aber ist er wirklich nach Chaplin und Keaton die Nummer drei? Er hat jedenfalls mehr Filme gemacht als die beiden zusammen und ist auch beim damaligen Publikum und an der Kasse erfolgreicher gewesen. Der Produzent und frühere Goldgräber Hal Roach hat einige Schätze gehoben, sein erster war Harold Lloyd, sein bekanntester ist Laurel & Hardy. Noch heute rühren Lloyds Charaktere die Zuschauer. Er ist ein Typ wie du und ich, seine Probleme sind unsere Probleme. Die Verwandlung in einen Jedermann geht so weit, dass kaum einer seiner Figuren einen Namen trägt.
In SAFETY LAST! ist er „Boy“, ein Bursch vom Land, der in die Großstadt aufbricht, um Karriere zu machen und der Dame seines Herzens, „Girl“ Marion Davies (im wahren Leben seit diesem Jahr auch seine Ehefrau) für die Zukunft etwas bieten zu können. Er landet im untersten Stockwerk eines hohen Kaufhauses – in jeglicher Hinsicht. Als er seiner Verlobten sein neues Leben rosaroter und erfolgreicher schildert als es ist, kommt sie zu früh auf Besuch. Der Boden für eine der anrührendsten Komödien ist bereitet – dieser sichere Grund wird aber bald für luftigere Höhen verlassen.
Auch im Vorfilm – dem letzten Kurzfilm von Harold und Mildred – dreht sich alles um „Boy“ und „Girl“, die sich in einem Wolkenkratzer verlieben und in brenzlige turbulente Situationen geraten.
Photo: Collection FPA CLASSICS, Paris
Do 06.08. - | Fr 07.08. - | Sa 08.08. - | So 09.08. - | Mo 10.08. - | Di 11.08. 20:30 | Mi 12.08. - | 2026 |
Hauptfilm: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor, USA 1923, „Ausgerechnet Wolkenkratzer!“, 73 Minuten, englische Zwischentitel, restaurierte Fassung, DCP
Buch: Hal Roach, Sam Taylor, Tim Whelan, Kamera: Walter Lundin, Produktion: Hal Roach, Schauspieler:innen: Harold Lloyd, Mildred Davis, Bill Strother, Noah Young, Westcott B. Clarke u.a.
Fred C. Newmeyer, USA 1921, „Nur nicht schwach werden“, 23 Minuten, englische Zwischentitel, restaurierte Fassung, DCP Buch: Sam Taylor, H. M. Walker, Kamera: Walter Lundin, Produktion: Hal Roach, Schauspieler:innen: Harold Lloyd, Mildred Davis u.a.
Kopien + Photo: Collection FPA CLASSICS, Paris
Ort: Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais
… ist ein expressionistischer Klassiker von Meisterregisseur F.W. Murnau: Wuchtige Licht-und-Schatten-Effekte machen die Räume extrem plastisch, ja fast dreidimensional, die „entfesselte Kamera“ und modernste Tricktechnik lassen den alten Faust jung werden, Mephisto die Pest in die mittelalterliche Stadt hineinblasen, den teuflischen Emil Jannings omnipräsent und die beschauliche Stadt zur alptraumhaften Kulisse werden. Lassen auch Sie sich von Mephisto verführen?
Photo: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Do 06.08. - | Fr 07.08. - | Sa 08.08. - | So 09.08. - | Mo 10.08. - | Di 11.08. - | Mi 12.08. 20:30 | 2026 |
Vor genau 100 Jahren kam es fast einem Sakrileg gleich, dass ein Filmemacher – ein Vertreter der jungen „siebten Kunst“, die als billiges Jahrmarktsvergnügen für die Massen galt – sich am „Nationalheiligtum“ der Deutschen vergreift, dem FAUST von Goethe.
Diese Sorge war unbegründet: F.W. Murnau hat einen expressionistischen Klassiker geschaffen, der die „entfesselte Kamera“ und modernste Tricktechnik der Zeit beeindruckend einsetzt. Wuchtige Licht-und-Schatten-Effekte machen die Räume plastisch, ja fast dreidimensional. „Der Film beschwört in magischen Bildern die Mythen der Schrecken des Mittelalters herauf. Er hat nichts zu tun mit Zivilisation. Die Welt ist groß und dunkel und von Schicksalsmächten beherrscht. Gut und Böse liefern sich ihren ewigen Kampf. Und der Mensch ist ganz klein, und die Modelldörfer liegen in riesigen, schneebedeckten Studiowüsten, über die Windmaschinen den schwarzen Rauch der Pest treiben.“ (Oskar Roehler).
Mephisto wettet mit dem Erzengel Gabriel, er könne jeden vom Weg Gottes abbringen. Einsatz ist die Herrschaft über die Welt. Der alte Gelehrte Faust soll das Exempel sein. Mephisto zieht alle Register und bringt die Pest über dessen Heimat. Faust kann den Sterbenden nicht helfen, von Gott kommt kein Beistand. So beschwört er den Teufel und schließt einen tödlichen Pakt. Mephisto muss Faust alle Wünsche erfüllen und schenkt ihm ewige Jugend. Faust führt ein ausschweifendes Leben, sehnt sich aber nach der Einfachheit und findet sie in Gretchen. Diese reine Liebe ist eine Bedrohung für die Ziele des Teufels…
Der feiste Emil Jannings ist ein herausragender Mephisto, stilbildend bis heute. „Jannings, der wie aus Lehm geknetete Kobold und Wandermönch, ist plötzlich federnd geschmeidig, glänzend wie schwarzes Fett oder Schlangenhaut, anziehend und abstoßend zugleich, ein Fürst der Banalität des Bösen.“ (Helma Sanders-Brahms)
Photo: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Do 06.08. - | Fr 07.08. - | Sa 08.08. - | So 09.08. - | Mo 10.08. - | Di 11.08. - | Mi 12.08. 20:30 | 2026 |
Friedrich Wilhelm Murnau, D 1926, 108 Minuten, sw, 35 mm
Buch: Hans Kyser nach Motiven von Johann Wolfgang von Goethe und Christopher Marlowe, Produktion: UFA, Erich Pommer, Kamera: Carl Hoffmann, Bauten: Robert Herlth, Walter Röhrig, Schauspieler:innen: Emil Jannings, Camilla Horn, Gösta Ekman, Wilhelm Dieterle, Hertha von Walther, Frida Richard u.a.
Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.
Photo: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Ort: Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais
Ein Mehrfachmörder wäre leicht zu identifizieren, er hat an einer Hand zwei Daumen. Darum bindet er sich seine Arme so eng an den Körper, dass es wirkt, als hätte er keine. Im Zirkus tritt er als armloser (!) Messerwerfer auf – Horrorstar Lon Chaney hat sich die Kunst extra beigebracht. Das geht gut, bis er sich in seine schöne Assistentin verliebt, die Angst vor Männerhänden hat… Criterion beschreibt den Film des „Dracula“-Regisseurs Tod Browning als „auf exquisite Weise pervers“.
Photo: George Eastman Museum, Rochester, NY
Do 13.08. 20:30 | Fr 14.08. - | Sa 15.08. - | So 16.08. - | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Der mehrfache Mörder Alonzo wäre leicht zu identifizieren, er hat an einer Hand zwei Daumen. Um nicht aufzufliegen, bindet er sich seine Arme so eng an den Körper, dass es wirkt, als hätte er keine. Er lebt in einem Zirkus und tritt als armloser (!) Messerwerfer auf. Das geht gut, bis er sich in seine schöne Assistentin verliebt und sich gute Chancen ausrechnet, denn sie hat Angst vor Männerhänden…
Dieser – laut Criterion „auf exquisite Weise perverse“ – Horrorfilm mag „Der Unbekannte“ heißen, die Beteiligten sind es mit Sicherheit nicht. Lon Chaney wurde wenige Jahre zuvor als „Glöckner von Notre Dame“ und „Phantom der Oper“ berühmt, nicht nur wegen seiner extremen Verkleidungen und die dadurch notwendig werdenden Fertigkeiten – hier also, alles mit den Füßen zu machen. Dieses Können hat er vielleicht aus seiner Jugend im Vaudeville mitgebracht – es ist keine Tricktechnik. Zehn Filme hat Chaney mit Regisseur Tod Browning gedreht. Dieser ist ebenfalls im Zirkus aufgewachsen und hat vor allem in der 30er Jahren bahnbrechende Horrorfilme geschaffen, bekannt sind „Freaks“ und natürlich „Dracula“. Auch diesen Vampir hätte Chaney spielen sollen, er starb aber 1930 und Bela Lugosi schrieb sich in die Filmgeschichte ein. Die dritte im Bunde ist Joan Crawford, erkennbar schon auf dem Weg Richtung Hollywoodstar.
Der Vorfilm ist ebenso auf einem Jahrmarkt angesiedelt, allerdings mit expressionistisch gestalteten Bauten. Und warum sich der Marionettenfilm in dieser frühen Zeit nicht mehr durchgesetzt hat, ist beim Ansehen dieser liebevollen Animation kaum nachzuvollziehen. Welche Möglichkeiten bieten sich hier für die kleine Tänzerin, zwei Männern den Kopf zu verdrehen!
Photo: George Eastman Museum, Rochester, NY
Do 13.08. 20:30 | Fr 14.08. - | Sa 15.08. - | So 16.08. - | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Tod Browning, USA 1927, „Der Unbekannte“, 66 Minuten, englische Zwischentitel, restaurierte Fassung, DCP
Buch: Waldemar Young, Tod Browning, Kamera: Merritt B. Gerstad, Produktion: MGM, Schauspieler:innen: Lon Chaney, Joan Crawford, Norman Kerry u.a.
Alfred Zeisler, D 1924, 16 Minuten, viragiert, 35 mm
Buch: Victor Abel, Kamera: Franz Meinecke, Marionettenspieler: Powell-Schwiegerling-Co.
Kopie + Photo Hauptfilm: George Eastman Museum, Rochester, NY
Kopie Vorfilm: DFF Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V., Wiesbaden
Ort: Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais
DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED ist der erste lange Animationsfilm überhaupt. Magisch und verwunschen sind die Geschichten aus 1001 Nacht, und ebenso phantastisch sind die bewegten Bilder, die Scherenschnittmeisterin Lotte Reiniger aus Photokarton und Butterbrotpapier geschaffen hat – ein märchenhafter Farbenrausch. Als Vorfilm ein früheres Schmuckstück aus ihrer Werkstatt.
Photo: Christel Strobel, Agentur für Primrose Film Productions
Do 13.08. - | Fr 14.08. 20:30 | Sa 15.08. - | So 16.08. - | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Magisch und verwunschen sind die Geschichten aus 1001 Nacht, und ebenso phantastisch sind die bewegten Bilder, die die Scherenschnittmeisterin Lotte Reiniger geschaffen hat. Drei Jahre Handarbeit stecken im ersten (!) animierten Langfilm der Geschichte. Üblicherweise wird der frühe Trickfilm mit Namen wie Walt Disney verbunden, aber nein – die erste war Lotte Reiniger. Aus Butterbrotpapier schafft sie fast dreidimensional anmutende Landschaften, in die feingliedrige Figuren aus schwarzem Fotokarton platziert sind und die mit Draht beweglich gemacht wurden. Jede einzelne Bewegung wurde abfotografiert (von Carl Koch, dem Ehemann Reinigers) – für PRINZ ACHMED wurden über 250.000 Einzelbilder angefertigt, von denen knapp 100.000 für den Film verwendet wurden. Aneinandergefügt bringen sie die Abenteuer auf die Leinwand, die Prinz Achmed auf dem fliegenden Pferd des bösen Zauberers bestehen muss – inklusive Feen, Dämonen, guten Hexen und Aladin mit seiner Wunderlampe.
Bei den besonders phantastischen Szenen arbeiteten zwei Größen der Avantgarde mit: der Trickfilmer Berthold Bartosch und der Maler Walter Ruttmann, der als Regisseur auch den rhythmischen „Berlin – Sinfonie der Großstadt“ geschaffen hat. Bei der schwierigen Restaurierung des Prinzen Achmed konnte auch die Viragierung wiederhergestellt werden, so erleben wir auch heute diesen Silhouettenfilm als orientalischen Farbenrausch.
Im Vorfilm Aschenputtel – Lotte Reiniger hat vor ihrem Langfilm bereits einige Kurzfilme geschaffen – bekommen wir einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. Wir sehen, wie eine Schere ganz zu Beginn die Figuren quasi aus dem Nichts zu Charakteren macht und ihnen Leben eingehaucht wird – die reine Magie des Kinos.
Photo: Christel Strobel, Agentur für Primrose Film Productions
Do 13.08. - | Fr 14.08. 20:30 | Sa 15.08. - | So 16.08. - | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Lotte Reiniger, D 1923-1926, 66 Minuten, viragiert, 35 mm
Buch: Lotte Reiniger, nach Motiven des orientalischen Märchens 1001 Nacht, Animation: Lotte Reiniger, Mitarbeit: Walter Ruttmann, Berthold Bartosch, Alexander Kardan, Walter Türck, Aufnahmeleitung und Kamera: Carl Koch, Produzent: Louis Hagen.
Lotte Reiniger, D 1922, 13 Minuten, s/w, digital
Animation: Lotte Reiniger, Kamera: Carl Koch, Produktion: Institut für Kulturforschung, Berlin
Kopie: DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, Frankfurt
Aufführungslizenz + Photo: Christel Strobel, Agentur für Primrose Film Productions
Ort: Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais
Student Balduin verkauft sein Spiegelbild an den zwielichtigen Scapinelli. Ob er bedacht hat, dass ein Doppelgänger auch ein Eigenleben entwickeln kann? Die beiden Hauptdarsteller, Conrad Veidt und Werner Krauß, treffen hier nach DR. CALIGARI in recht ähnlicher Konstellation wieder aufeinander. Zeitlich angesiedelt 1820 erlaubt dies dem Regisseur Galeen, Romantik und Expressionismus spannend zu mischen. Ein Klassiker des Phantastischen Films.
Photo: Filmmuseum München/Edition Filmmuseum
Do 13.08. - | Fr 14.08. - | Sa 15.08. 20:30 | So 16.08. - | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Der schon reifere Student Balduin verhindert Schlimmeres bei einem Unfall einer Adeligen und wird von ihrem Mann ins Schloss eingeladen. Dort lernt er nicht nur die schon verlobte Tochter des Hauses kennen – und zieht sie bald dem Blumenmädchen vor, das ihn schon lange anhimmelt – sondern er erkennt auch, in welch ärmlichen Verhältnissen er eigentlich lebt. Ein zwielichter Typ, der Wucherer Scapinelli, taucht überall im Hintergrund auf und scheint ganze Menschengruppen zu steuern. Alsbald macht er dem Studenten ein Angebot: Balduin überlegt nicht lang, verkauft ihm für viel Geld sein Spiegelbild und beginnt ein Leben im Wohlstand. Es kommt der Tag, an dem der Doppelgänger ein Eigenleben entwickelt…
Der Film ist zeitlich verortet im Jahr 1820. Die Bilder greifen die Romantik natürlich auf. Regisseur Henrik Galeen setzt daneben aber auch auf Expressionismus, hat er doch die Drehbücher für DER GOLEM (1920), NOSFERATU (1921) und DAS WACHSFIGURENKABINETT (1924) geschrieben und war in okkulten und spiritistischen Kreisen unterwegs. Außerdem treffen hier die zwei Hauptdarsteller aus DAS CABINET DES DR. CALIGARI wieder aufeinander: Conrad Veidt ist dort der willenlose Somnambule, hier der unbedachte Student. Werner Krauß dort der manipulierende Hypnotiseur, hier der suggestive Magier.
Diese Verfilmung ist bereits die zweite dieses Stoffs. Die Fassung von 1913 (2022 bei der Stummfilmwoche zu erleben) gilt als Ursprung des Phantastischen Films, das Drehbuch von Hanns Heinz Ewers orientierte sich stark an E.T.A. Hoffmann. Aber gerade in diesem Genre zeigten sich die rasanten Fortschritte der Kinotechnik: schon 13 Jahre später konnte der Doppelgänger bzw. das fehlende Spiegelbild viel effektiver, also gespenstischer, auf die Leinwand geworfen werden.
Photo: Filmmuseum München/Edition Filmmuseum
Do 13.08. - | Fr 14.08. - | Sa 15.08. 20:30 | So 16.08. - | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Henrik Galeen, D 1926, 133 Minuten, deutsche Zwischentitel, viragiert, restauriert, DCP
Drehbuch: Henrik Galeen, nach dem Film von Hanns Heinz Ewers (1913), Kamera: Günther Krampf, Erich Nitzschmann, Bauten: Hermann Warm, Produktion: Sokal-Film GmbH, Schauspieler:innen: Conrad Veidt, Werner Krauß, Elizza La Porta, Fritz Alberti, Agnes Esterházy u.a.
Kopie + Photo: Filmmuseum München/Edition Filmmuseum
Ort: Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais
Erich von Stroheim, der Wiener in Hollywood, nutzt die Operette von Franz Lehár als loses Gerüst. Leichthändig erzählt er auch die turbulente Vorgeschichte, warum Sally zum titelgebenden Charakter wird: In „Monteblanco“ gastiert eine US-Revuetruppe, zwei schneidige Cousins aus dem Königshaus buhlen um deren quirligen Star. Sally erbt ein Vermögen und stürzt sich ins Pariser Nachtleben. Die beiden Männer reisen ihr nach... Stroheims größter kommerzieller Erfolg.
Photo: Sammlung Österreichisches Filmmuseum
Do 13.08. - | Fr 14.08. - | Sa 15.08. - | So 16.08. 20:30 | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Erich von Stroheim, der Wiener in Hollywood, hat sich 20 Jahre nach ihrer Theaterpremiere die erfolgreiche Operette seines Freundes Franz Lehár vorgenommen – und nutzt die ursprüngliche Handlung als loses Gerüst. So erzählt er auch die Vorgeschichte, warum also Sally zum titelgebenden Charakter wird: Im Staat „Monteblanco“ gastiert eine US-Revuetruppe, zwei schneidige Cousins aus dem Königshaus buhlen um deren quirligen Star. Nach einigen Turbulenzen ist eine Hochzeit in Sicht, der Hochadel aber verhindert die nicht-standesgemäße Heirat. Sally greift sich einen reichen Baron, der gleich an einem Herzinfarkt verstirbt. Sein Vermögen nimmt sie mit nach Paris und stürzt sich ins Nachtleben… Die Cousins reisen ihr nach. Mirko, um das Erbe nach Monteblanco zurückzuholen, Danilo, um seine große Liebe Sally doch noch zu heiraten. Ob das gelingt?
Stroheim, als Schauspieler spezialisiert auf arrogante Offiziere, wollte auch die Rolle des Mirko übernehmen. Das Studio verbot es aufgrund der Erfahrungen mit ihm in einer Doppelfunktion vor und hinter der Kamera – es war ihm in seiner Detailversessenheit unmöglich, Budgets, Drehpläne und Filmlängen auch nur annähernd einzuhalten. In Roy D’Arcy wurde ein ihm ähnlich zwielichtiger Darsteller gefunden.
Für die Hauptrolle wurde Stroheim Mae Murray aufgezwungen. Sie war viele Jahre Tänzerin bei den Ziegfeld Follies, tanzte mit Rudolph Valentino, hatte wegen ihres übertriebenen Stils viele Fans und den Spitznamen “The Girl with the Bee-Stung Lips”. Sie kam mit Stroheims Präzision nicht zurecht, was zwölf Wochen nervenaufreibende Konfrontationen bedeutete.
Trotz alledem wurde THE MERRY WIDOW Stroheims größter kommerzieller Erfolg, ein leichthändiger Film, der es auch schafft, den „Niedergang des Adels, männliche Übergriffigkeit und die unselige Rolle, die Macht und Geld im Mann-Frau-Verhältnis spielen“ (Filmdienst) zu zeigen. Und wer die Augen offenhält, wird als Ballsaal-Statisten Joan Crawford und Clark Gable in ihren ersten Auftritten entdecken.
Photo: Sammlung Österreichisches Filmmuseum
Do 13.08. - | Fr 14.08. - | Sa 15.08. - | So 16.08. 20:30 | Mo 17.08. - | Di 18.08. - | Mi 19.08. - | 2026 |
Erich von Stroheim, USA 1925, 124 Minuten, englische Zwischentitel, DCP
Vorlage: Franz Lehár, Drehbuch: Erich von Stroheim, Benjamin Glazer, Kamera: Oliver T. Marsh, William H. Daniels, Produktion: MGM – Erich von Stroheim, Irving Thalberg, Schauspieler:innen: Mae Murray, John Gilbert, Roy D’Arcy, Josephine Crowell, George Fawcett, Clark Gable u.a.
Kopie + Photo: Sammlung Österreichisches Filmmuseum
Ort: Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais
Die spritzige Komödie SAFETY LAST! wird live begleitet im feinsinnigen, improvisierten Dialog zwischen Klavier und Violoncello vom Duo Martin Rohrmeier & Ivan Turkalj. Die beiden Musiker begleiten seit Jahren diverse Stummfilmkonzerte in der Schweiz und in Deutschland.
Martin Rohrmeier (*1979) schlägt eine Brücke zwischen musikwissenschaftlicher Forschung und der lebendigen Kunst der Stummfilmbegleitung. Er studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Mathematik in Bonn und Cambridge, wo er promovierte. Nach einer Professur an der TU Dresden leitet er seit 2017 als Associate Professor das Digital and Cognitive Musicology Lab (DCML) an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), und lehrt digitale Musikwissenschaft, Musiktheorie und Improvisation.
Als Stummfilmpianist ist er seit 2010 international präsent – von Berlin über Fribourg, Konstanz bis nach St. Petersburg. Über ein Jahrzehnt (2012–2025) prägte er als Vorstand des Berliner Vereins „Laufende Bilder e.V.“ die lokale Stummfilmkultur, wo er gemeinsam mit Ludwig Lugmeier und Burkhard Götze eine feste Institution für Filmkonzerte etablierte. In seinem pianistischen Schaffen exploriert Rohrmeier die Möglichkeiten erweiterter Tonalität und Tonfeldmusik. Sein Spiel sucht stets den Dialog zwischen musikalischer Struktur und filmisch emotionalem Narrativ. Geprägt durch Impulse von Aki Takase sowie den Austausch mit Künstlern wie Michael Wollny, Kit Armstrong, sowie Uri Rom und Michael Polth, verleiht er dem historischen Filmmaterial eine zeitlose, eigene Stimme.
Ivan Turkalj, geboren in Zagreb und seit seiner Kindheit Wahlwiener, hat sich als ein herausragender Cellist etabliert, dessen musikalische Neugier und Innovationsgeist ihn weit über traditionelle Genregrenzen hinwegführen. Er ist nicht nur ein gefragter Solist und Kammermusiker, sondern auch eine treibende Kraft hinter verschiedenen musikalischen Projekten.
Als Berater und Organisator in der Kreativwirtschaft tätig, als Gründer des Musiklabels Rhythmic Dog und als Cellist des New Piano Trio und The Erlkings oder als improvisierendes Duo mit Martin Rohrmeier beweist er ein tiefes Engagement für die Weiterentwicklung der musikalischen Landschaft des 21. Jahrhunderts und deren Verwurzelung in der heutigen Gesellschaft. Seine Interpretationen des klassischen Repertoires sind von einer frischen und energiegeladenen Herangehensweise geprägt, während seine Beteiligung an transkulturellen Projekten seine Vielseitigkeit und Offenheit für neue und traditionelle musikalische Ausdrucksformen unterstreicht.
Ivan lebt die allseits gesuchte „Neuerfindung“ der Klassik längst. „ ... ein vorbildliches Beispiel für Kulturschaffende der freien Szene, die kreatives schöpferisches Musikmachen mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden“, so die Jury des Bayerischen Kunstförderpreises (2022) über ihn. Im Folgejahr wurde Ivan der Musikpreis des Universitätsbunds Würzburg verliehen, 2024 wurde das Album “What The Fugue” für den deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie “Grenzgänger” nominiert. Als Pädagoge unterrichtet er an der BrucknerUni Linz eine eigene Celloklasse und vermittelt dort seine Erfahrungen aus der freien Musikszene.
www.ivanturkalj.com
Foto: Veroniika Nazarova
Vsevolod wurde 1979 in Tallinn (Estland) geboren und lebte viele Jahre in Regensburg. Er absolvierte sein Bachelor- und Master-Studium an der Estnischen Musik- und Theaterakademie in der Klavierklasse von Prof. Valdur Roots und in der Kompositionsklasse von Prof. Jaan Rääts. Seit 2009 ist Vsevolod Mitglied des Estnischen Komponistenverbands.
Die Hauptfrage, mit der er sich in seinem künstlerischen Schaffen beschäftigt, ist die Verbindung zwischen den Sphären der Musik und der Worte. Seine Kammeropern kamen zur Aufführung: „Frau Elsa“ 2013 beim Winterfestival der Kammermusik in Tallinn, „Sieben Briefe zur Begegnung“ 2014 in der Musikhochschule Luzern (Inszenierung Eva Laas).
Seine Werke waren bei internationalen Festivals zu hören, u.a. Usedom Music Festival (2013), Von der Avantgarde bis zum Heute (Sankt Petersburg 2014), BDZ Eurofestival Zupfmusik (Bruchsal 2018), PIANALE International Piano Academy and Competition (Fulda 2019), Podkarpacka Fundacja Rozwoju Kultury (Sanok, Polen, 2022). 2017 fand die Uraufführung seiner Kammermusikwerke durch das Musiktheaterensemble JunGeOper in Luzern und Zürich statt.
2022 wurden seine Klavierwerke mit Bilderausstellung „Der Mensch mit Regenschirm“ in Regensburg, Abensberg und Estland aufgeführt. 2023 folgte sein Musikwerk „Das letzte Wunder“ für Schauspiel, Klavier zu vier Händen und Streichquartett nach dem gleichnamigen Märchen von Natalja Kljutscharjowa im Schauspielhaus Magdeburg. 2024 fand Grand Tour, ein choreographisches Projekt des Theaters Magdeburg, in Kooperation mit dem Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen statt (Originalmusik für die Finalszene des Balletts). 2026 war seine "Sonate in Memoriam Suo Akami" als Teil der posthumen Präsentation eines Buches der Malerin Suo Akami (1966–2025) in Togliatti (Russland) zu hören.
Darüber hinaus ist er Musiklehrer, seit 2020 Ballettrepetitor des Theaters Magdeburg und hat auch Chorwerke und Filmmusik geschaffen. Seit 2025 führt er einen eigenen literarischen Podcast "Zapechatlenie" ("Verewigung") auf youtube. Seine Stummfilmvertonungen haben eine ganz eigene, neoromantische Stimmung. Er verwendet keine musikalischen Zitate, sondern wir hören frischkomponierte Originalmusik.
www.emic.ee/vsevolod-pozdejev
Bertl Wenzl ist ein erfahrener Stummfilmmusiker, der seit rund 40 Jahren im Bandformat ( "Die Negerländer", "Diebe der Nacht"), in kleinen Besetzungen oder solo unser Festival mit seinen Instrumenten bereichert. Mit außergewöhnlichen Klängen hat er Buster Keatons DER GENERAL, Friedrich Wilhelm Murnaus NOSFERATU oder surreale Kurzfilme wie Karl Valentins MYSTERIEN EINES FRISIERSALONS oder PARIS QUI DORT von René Clair veredelt. Einige Jahre war er gemeinsam mit Markus Stark vor allem auf atmosphärisch dichte "Gruselmusik" spezialisiert. So entstanden Scores zu DAS PHANTOM DER OPER, DER FUHRMANN DES TODES oder Hitchcocks THE LODGER. In jüngerer Zeit hat er mehrfach mit Rainer Hofmann zusammengearbeitet, z.B. für METROPOLIS. Heuer widmet er sich solo wieder einem Horrorfilm – THE UNKNOWN, der seinem Titel gerecht wird und trotz seiner außergewöhnlichen Qualitäten ziemlich unbekannt ist. Eine Entdeckung!
(Foto: Sofi Walter)
Vier Augen hören mehr!
Laurenz betritt zusammen mit dem STUDENTEN VON PRAG und seinem Vater Rainer zum ersten Mal eine öffentliche Bühne als Pianist und Stummfilmmusiker. Beide sind gnadenlose Autodidakten, getrieben von der Liebe zur Musik und zum Stummfilm. Der Sohn wird am Klavier zu erleben sein, der Vater steuert Klänge von „allerlei Instrumenten“ bei. Seinen Sound kennt das Regensburger Publikum: Rainer Hofmann gab sein Stummfilmdebut 1998. Ob Komödien oder Dramatisches, ob Klassiker oder auch Dokumentarisches – er versteht es, 'seinen' Stummfilmabend zu einem wunderbaren Konzert zu machen und sein Publikum zu begeistern. Dafür setzt er mitunter selbstgebaute Instrumente und Tonerzeuger ein und schafft ungewöhnliche und faszinierende Klangwelten. Er hat breite Erfahrung als Begleiter von Liedern und Chansons aller Epochen (auch aus der großen Zeit der Stummfilme!), als Komponist und Musiker bei Film und Theater, Band, Orchester und Improvisationsprojekten. Sein Name ist eng verbunden mit den Chansons des „Trio Trikolore“. In Produktionen von Joseph Berlinger war er als Bühnenmusiker und Komponist beteiligt und mehrfach bei der Stummfilmwoche als Duo mit Bertl Wenzl zu hören. Nun also die Premiere von Vater + Sohn.
Wir sind in froher Erwartung einer spannenden Gemengelage zweier musikalischer Köpfe und deren vier Hände.
Vier Augen hören mehr!
www.musiker-hofmann.de
Quelle Bild: privat
Sabrina Zimmermann an der Geige und Mark Pogolski am Klavier – jedes ihrer Filmkonzerte ist eine fulminante Vorstellung. Beide bauen auf langjährige professionelle Erfahrung in Musik und Stummfilm. Zudem dürfen sie das Erbe von Aljoscha Zimmermann fortführen, Sabrinas Vater und weltweit anerkannter Stummfilmmusiker. Er wurde berühmt für die Fähigkeit, dem Stummfilm vitale Ausdruckskraft zu geben und den Bildern Gefühle und Geschichten für den modernen Menschen zu entlocken. Nach seinem Tod 2009 hinterließ er über 400 Partituren und musikalische Themen, die er seiner Tochter und seinem erwählten Nachfolger Mark Pogolski zur Weiterführung in die Hände legte. Das Ensemble konzertiert nun mit eigens bearbeiteten Partituren auf wichtigen internationalen Filmfestivals und hat Fernseh- und DVD-Produktionen von zahlreichen Stummfilmen erfolgreich aufgenommen.
Sabrina Zimmermann ist seit 1992 Teil des Aljoscha-Zimmermann-Ensembles. Ihr virtuoses Spiel der Geige brachte ihr bereits zahlreiche Auszeichnungen und sie ist auf internationalen Bühnen zuhause. Sie arrangiert und bearbeitet zusammen mit dem Pianisten und Komponisten Mark Pogolski die Partituren von Aljoscha Zimmermann. Mark baut ebenfalls auf rund 20 Jahre Erfahrung als Stummfilmmusiker auf. Er ist Professor und musikalischer Leiter der Ballett-Abteilung an der Hochschule für Musik und Theater München und mehrfacher Preisträger für Komposition und Piano.
Wir freuen uns sehr, dass uns das international renommierte Ensemble auch in diesem Jahr mit zwei Vorstellungen beehrt.
www.stummfilm-münchen.de
www.stummfilm-aljoscha-zimmermann.de
Die
REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE
ist ein Projekt des
ARBEITSKREIS FILM REGENSBURG e.V.
Die REGENSBURGER STUMMFILMWOCHE bedankt sich bei all den fleißigen Helferinnen und Helfern, den Anzeigenkunden, Partnern und Medienpartnern.